Ochtendung III ist fast rundum zufrieden – weiterer 3:1 Sieg macht Hoffnungen auf einen Aufstieg

Die 3. Mannschaft Ochtendungs bestritt diesen Sonntag am 10.02.2019 die 7. Runde der B-Klasse gegen den anfänglichen Favorit der Saison HTC Bad Neuenahr II. Mit zwei gemeldeten Spielern über 1500 DWZ und einer weiteren Spielerin, die über 1300 DWZ besitzt, war ein gewisser Angstschweiß der Gastmannschaft berechtigt. Doch zum Schachspiel gehört wie dieser Sonntag beweist nicht nur Strategie, Taktik und Köpfchen, sondern auch ein wenig Glück. Dr. Horst Drews (1543 DWZ) meldete sich nämlich aus dem Saisonbetrieb ab und Dr. Günther Gäb (1581 DWZ) erschien am heutigen Spieltag nicht zu seinem Spiel. Und so blieb Brett 1 auch nach der regelkonformen Wartezeit von einer Stunde unbesetzt und Niklas Roth (1279 DWZ) konnte durch pure Anwesenheit punkten.

An Brett 2 schlug das Glück ein zweites Mal zu, aber diesmal in spielerischer Form weil Aljoscha Böhm (1159 DWZ) Ursula Schumacher (1306 DWZ) bezwingen konnte.

Im Training am Vorabend beklagte Aljoscha, sich nicht genügend in der Englischen Eröffnung auszukennen, woraufhin Trainer und Jugend sich mit einer Erwiderung auseinandersetzten. Durch weitere Nachforschungen war Aljoscha nun gut vorbereitet und wie der Zufall es wollte, konnten die neu erlangten Kenntnisse direkt ihre erste Feuerprobe überstehen. Aljoscha leitete in den englischen Rossolimo-Sizilianer über und beide Spieler kamen gut aus der Eröffnung heraus. Im Mittelspiel ließ das Glück die starke, erfahrene Spielerin einen Moment zu schnell ziehen und der Ochtendunger konnte durch eine taktische Kombination eine Leichtfigur in Vorteil gehen. Durch Aljoschas konsequentes Spiel gab Ursula Schumacher bald auf.

Mit einer 2:0 Führung stand die Mannschaft schon mit einem Bein auf Sieg und nun benötigte man theoretisch gesehen nur noch ein Remis. Nikita Hess (1122 DWZ) und Leon Barz (843 DWZ) machten bis dahin ein sehr solides Spiel und dem Rest der Mannschaft kamen schon beim Betrachten der Bretter Gedanken an einen 4:0 Sieg.

Leon hatte mit einem Läufer mehr eine gewonnene Stellung und Nikita durfte auf seine zwei Mehrbauern und einen Freibauern setzen. Doch durch einen ungültigen Zug seitens Leon reklamierte der Gegner Heinz-Josef Westerweller (1118 DWZ) sofort auf Sieg. Der Ochtendunger übersah, dass die En-passant Regel auf der 3. Reihe nicht greift und hätte nach neuem Regelwerk, trotz des ungültigen Zuges den Bauern nocheinmal zurücknehmen dürfen um einen regelkonformen Zug zu machen. Der Gegner nahm direkt seine Teamkameraden hinzu, welche alle noch auf dem Stand der alten Fide Regeln zu sein schienen, nach denen der erste ungültige Zug direkt verliert. Niklas Roth und Aljoscha Böhm, die sich beide mit den neuen Regeln auskannten, hielten sich just zu dem Streitzeitpunkt außerhalb des Spielsaals auf, um die von Aljoscha gespielte Partie zu besprechen. Als Herr Westerweller direkt die Figuren einräumte und auf Sieg plädierte blieb den Ochtendungern keine Zeit die Situation zu überblicken und zu klären. So ging ein extremst zweifelhafter und auch anfechtbarer Punkt an die Heim-Mannschaft weil die junge Mannschaft Ochtendungs sich für den diplomatischen Weg entschied und die Sache dabei beruhen lies. Durch mangelnde Regelkenntnis und die Tatsache, dass der gastgebende Mannschaftsführer zeitgleich auch Schiedsrichter ist, kommt es leider häufig in den unteren Klassen zu fragwürdigen Punktevergaben und Streitereien – oft auch auf Kosten der Ruhe für die noch laufenden Partien.

Der Sieg Nikitas an Brett 3 gegen Franz Lörken verschaffte den Ochtendungern die nötige Punktzahl für einen Sieg um Bad Neuenahr gelassen verlassen zu können.

Nikita überspielte seinen Gegner schon im Mittelspiel, hatte dann jedoch im Endspiel einige Probleme seinen Vorteil in einen Sieg zu verwandeln. Nach vielen Zügen kam letztendlich auch das Ergebnis zustande nachdem das Brett geschrien hatte: Die Bauernumwandlung, gefolgt von der Aufgabe Franz Lörkens.

Ein Esslöffel Glück, ein stark angestiegenes Spielniveau der Mannschaft, gemischt mit einer kleinen Prise Pech brachten dann den 3:1 Sieg zunächst auf das Papier und letztendlich auch in die Tabelle. Der 3. Platz blieb also in festen Händen – das Saisonergebnis ist nun aber nach oben hin offen, da die 3. Mannschaft mit Ochtendung II und Grafschaft II punktgleich liegt. Wir freuen uns jetzt auf die letzten beiden Spiele, die die Rangfolge der 3 Favoriten festlegen werden.

Text: Aljoscha Böhm